Eine TV-Doku über Wien, die es in sich hat…

Wien bei Tag und Nacht. Mit vielen Promis, Künstlern, dem Ober-„Kawara“ Max Edelbacher und „Nachtschatten-Gewächsen“ wie dem Autor und Ex-Strizzi Freddy Rabak. Dem Strichfilosof…

Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen? Am besten, Sie schauen sich diese hervorragende NZZ-Dokumentation über Wien und seine Menschen an…

Titel und Cover des Ende April erscheinenden Buches von Freddy Rabak…

COVER_endgültig
©Freddy Rabak Foto: ©Götz Schrage

BALD erscheint das neue Buch des „Strichphilosophen“ Freddy Rabak

Hier eine Story aus dem Archiv:

FOCUS Magazin | Nr. 31 (1996)

MILIEU Die Ehre des Strizzis

Der dichtende und singende Ex-Zuhälter Freddy Rabak ist Wiens neuer Kult-Krimineller

Ollas Oasch“, alles im Arsch, prangt in bunten Lettern und Wiener Dialekt auf seinem T-Shirt. Alfred „Freddy“ Rabak, 49jähriger Wiener, erzählt mit heiserer Stimme, energisch gestikulierend, Unterweltanekdoten. 25 Jahre war er Zuhälter, Bordellbesitzer, Drogendealer. Ein Halbwelt-Original, großgeworden am größten Straßenstrich Österreichs. Eine Kriminalkarriere mit sechs Jahren Haft, zwei Gefängnisausbrüchen und 16 Vorstrafen.

Doch das alles ist Vergangenheit, sagt Rabak. Denn eine Laufbahn als Künstler ist das, was der im Milieu einst „Cadillac-„ oder „Brillanten-Freddy“ genannte Wiener nach seinem Ausstieg nun anpeilt. Sein Buch „Blödsinn“ ist jetzt auch in deutschen Buchläden erhältlich. Den Titel erklärt Rabak damit, daß schließlich „in Blödsinn das meiste Geld investiert wird“. Inhalt: eine Mischung aus Biografie, anekdotischen Streifzügen durchs Rotlichtmilieu und Abhandlungen über Politik, Kirche, Frauen und Moral.

Denn Rabak ist auch Philosoph, „Strichphilosoph“, wie ihn ein Wiener Unterweltreporter einmal genannt hat. Mal läßt Rabak in „Blödsinn“ seinen Bullterrier „Junior“ monologisieren, mal darf ein 500er Mercedes Cabrio vom Schicksal berichten, Zuhältervehikel zu sein, mal interviewen Reporter von „Radio Blödsinn“ Nutten, Polizisten oder Alkoholiker.

Wie immer, wenn in Österreich ein Unterweltler Einblicke in seine kriminelle Vergangenheit gewährt, wurde auch Rabaks literarisches Outing vor der Öffentlichkeit, den Medien und der besseren Gesellschaft, in der er alsbald herumgereicht wurde, mit unverhohlener Faszination aufgenommen.

Societyreporter brachten ihn für ihre Klatschspalten mit TV-Moderatoren, feinen Damen und leitenden Kriminalbeamten zusammen. Tageszeitungen und Magazine berichteten begeistert über sein Buch.

„Ein ganz lieber Typ“, schwärmt der Wiener Soziologe und Universitätsprofessor Roland Girtler. Berührungsängste mit dem Milieu kennt in Wien fast niemand – die Rotlichtszene gilt als liebenswürdig-verrucht, sympathisch-verdorben, prickelnd-brutal. Kritik am Milieu übt einzig Freddy Rabak selbst. In keiner Zeile seines Buchs beschönigt er seinen früheren Job, gesteht sich lediglich das Recht zu, seine Lebenseinstellung ändern zu dürfen.

Früher, als Jugendlicher, wollte Rabak ganz bewußt Ganove werden, bewunderte die kleinen Zuhälter, wienerisch Strizzis, im Prater, dem damaligen Vergnügungs-, Spieler- und Hurenviertel Wiens. Im Prater wuchs Rabak als Sohn einer Artistenfamilie auf. Wie sein Vater verdingte er sich anfangs als Entfesselungskünstler. Im Prater lernte er auch die ersten Prostituierten kennen.

Mit vier seiner Dirnen war Rabak verheiratet. „Mich geilte es auf“, schreibt er, „wenn andere Männer meine Frauen, die ich liebte, f. . . .en und dafür zahlen mußten.“

In den 70er und Anfang der 80er Jahre versuchte sich „Cadillac-Freddy“ als Strizzi in Kiel, in Stade bei Hamburg und im hessischen Hanau. Als er dort bei Revierkämpfen einen Widersacher lebensgefährlich „bedient“ (verletzt) hatte, flüchtete Rabak samt Cadillac und „Mädels“ zurück nach Österreich.

„Sex Club Sabine“ hieß das Bordell, das er daraufhin in Wien gründete. Die Karriere als Puffbesitzer wurde jedoch immer wieder von Gefängnisaufenthalten unterbrochen – denn immer öfter kam es am Strich zu Rivalitäten.

Im Gefängnis schluckte er Tabletten, um die Haft zu überstehen, draußen nahm er immer öfter Kokain, dealte auch bald selbst in größerem Stil.

Schließlich die Idee auszusteigen, „weil ich mir immer öfter gedacht hab, könntest du das mit deiner Mutter machen, was du den Mädels täglich antust“. Nachdem er seine Prostituierten im Lauf von 25 Jahren nach eigener Hochrechnung an 35 625 Freier vermittelt hatte, unterzog sich Rabak einer Entzugstherapie und beschloß, sich vorerst mit monatlich 420 Mark Notstandshilfe (Sozialhilfe) durchzuschlagen.

Von den üppigen Einnahmen war nichts mehr da – eine Million Mark hatte er beim Glücksspiel verloren.

Rabak nahm eine CD mit rockigen Strizzi-Liedern auf, schrieb ein Theaterstück und schickte es an Burgtheater-Direktor Claus Peymann, betätigte sich als Initiator der ersten Wiener Hurendemonstration, um auf die Misere der Prostituierten aufmerksam zu machen. Und ermittelte sogar auf eigene Faust gegen den rückfällig gewordenen Dirnenmörder Jack Unterweger.

Der geläuterte Zuhälter avancierte zur schillernden Szenefigur. Sein neues Lebensmotto: „Ich bin nicht mit einer Rolex auf die Welt gekommen, ich muß nicht mit einer Rolex sterben.“

FREDDY RABAK

1947 IN WIEN geboren. Lernt Klempner. Gelegenheitsjobs, dann Zuhälter

AB 1974 Bordellbesitzer in Deutschland, später in Wien. Anfang der 90er Jahre Ausstieg aus der Szene

16 VORSTRAFEN, 6 Jahre Haft, 4 Ehefrauen, 4 Kinder

WIENER HALBWELT-STARS

HEINZ SOBOTA

Der Wiener Zuhälter war einer der ersten Kriminellen, die ihre Vergangenheit in Buchform an die Öffentlichkeit trugen. Seine Biografie „Der Minus-Mann“ wurde mit der für Österreich typischen Mischung aus Ekel und Faszination aufgenommen.

UDO PROKSCH

In den 70er Jahren Figur der Wiener feinen Gesellschaft, wurde als bunter Hund bewundert. Sprengte das mit Schrott beladene Frachtschiff „Lucona“ zwecks Versicherungsbetrugs (sechs Tote). 1991 zu lebenslänglich verurteilt

JACK UNTERWEGER

Der Frauenmörder schrieb im Gefängnis Bücher, wurde vorzeitig entlassen und als „KnastPoet“ in der Künstlersociety herumgereicht. In Freiheit tötete Unterweger wieder, wurde 1994 wegen neunfachen Mordes verurteilt. Erhängte sich danach

Der aktuelle FOCUS

Leseprobe aus Freddy Rabak`s hoffentlich bald erscheinenden Buch:

Hier die versprhurenleben1ochene Story aus meinem hoffentlich bald erscheinenden Buch. Ohne Ghostwriter, nichts geklaut! Im unverfälschten und echten Freddy Rabak-Slang und Stil 😊 Danke an jene FB-FreundInnen, die mich mit ihrem „Like“ fast dazu nötigten 😇 :

Sexualstraftaten sind sehr „trendig“…

Ich war u.a. Zeuge in dem Mord-Prozess gegen Jack Unterweger, da ich damals für die KRONE in den Mordfällen recherchierte. (gemeinsam mit dem Journalisten Tobias Micke) Meine Demo mit zwei ehemaligen Vergewaltigungsopfern diente lediglich dazu die Geschworenen etwas zu beeinflussen damit sie  einen sadistischen Serienkiller schuldig sprechen und endlich für lange Zeit hinter Gittern landet….

Heute bin ich aber noch immer für einen verdoppelten Strafrahmen für Sexualstraftäter und plädiere für ein Lebenslang, dass zumindest 30 Jahre bedeuten soll. Aber in keinen Kuschel-Gefängnissen wo Psychologen und Psychiater für angenehme Haftbedingungen sorgen, während die Opfer, die qualvoll ums Leben kamen, und deren Familien, deren Leben nie mehr so sein wird, wie es war, keine zweite Chance bekommen….

Frage mich so nebenbei: Wie können fremde Menschen, aber auch enge Angehörige, Mördern verzeihen? Das könnten nur jene, die man nicht mehr hört, denen man das Leben geraubt hat….

Den vollständigen, gut recherchierten Bericht im SPIEGEL über das Leben des Monster Unterweger finden SIE hier: Die haben sich verkrümelt. Gemeint sind die prominenten Befürworter einer frühzeitigen Entlassung des Serienkillers, der damals eigentlich schon zwei Frauen auf dem (nicht vorhandenen) Gewissen hatte und nur für einen bestialischen Mord an einer 18-Jährigen „Lebenslang“ auffasste, (auch im Supermarkt bekommt man oft auch mal zwei Artikeln zum Preis von einem) aber nach 15 Jahren Dank der intellektuellen Fürbitter frühzeitig entlassen werden konnte… …

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Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13682948.html

Ein brutales Urgestein der Wiener Unterwelt…

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von links: Ich (mit Pistole an Roberts Schädel) Ein nervöses „zucken“ mit meinem Finger und ich wäre wegen Mord im Knast gelandet, aber ein Polizist würde noch leben…Foto: privat ©Freddy Rabak

dessen Leben am 14.Juni 1993 in einem von der Polizei umstellten Wiener Kindermodengeschäft endete. Robert hatte nach einem Bankraub einen Polizisten erschossen, der ihn stellen wollte. Robert Sedlacek war Zuhälter, Unterweltler, Mitglied der „Gürtelpartie“, brutaler Schläger, „Saugerl“ (Geldverleiher beim Stoß-Spiel) und lange mein Freund, bevor er mein Feind wurde. Er machte sich einen Namen, indem er zum Beginn seiner Karriere so ziemlich alle großen Namen  der Wiener Unterwelt ordentlich vermöbelte. Auch ein Wesely Bernd, Big Player und Chef des illegalen Stoßspiels und einiger Bordelle, bekam von ihm im Café „Zoo in der Vereinsgasse (Leopoldstadt) ordentlich aufs Maul.

Bernd revanchierte sich mit tatkräftiger Hilfe seiner „Partie“ nach einem Boxkampf vor der Wiener Stadthalle und Robert bekam erstmals in seiner „Karriere“ einen ordentlichen Niederschlag. Danach wurden sie Freunde. Wesely teilte sich eine Zeitlang mit dem „roten Heinzi“ (Bachheimer) den Gürtel und die Einnahmen aus dem Glücksspiel. Eines Tages war auch ich an der Reihe, aber ich entkam knapp seiner Hammer-Faust in einem Wiener Innenstadt-Lokal. Aber auch mit dem Wesely hatte ich „Zores“….(mehr in meinem Buch)

Robert ergab sich nicht. Er wusste dass er den „Frack“ (lebenslang) ausfassen würde.  Oberst Fritz Maringer vom Sicherheitsbüro verhandelte mit dem Geiselnehmer, bis dieser die beiden Frauen in seiner Gewalt freiließ. Plötzlich feuerte dieser auf Mahringer. Der Schuss traf den Oberst in der Herzgegend, doch der Akku seines Mobiltelefons fing die Kugel auf. Danach wurden angeblich über 1000 Schüsse von der Polizei in den Laden reingeballert, doch keine traf ihn. Er gab sich schlussendlich seine eigene „Kugel“.

Nebenbei: Mahringer verließ mit einem Pflaster auf der Brust noch am selben Tag das Krankenhaus.

Unterweger und Kannibalenzeit….

20 Jahre ist es nun her dass das Buch „Kannibalenzeit“ (Die Unterweger-Verschwörung) von Dr. Astrid Wagner (damals noch Magistra) veröffentlicht wurde. 20 Jahre ist es auch her, dass ich das Buch das erste mal durchgeblättert, und wieder weggelegt habe. Für mich stand es nach vielen Recherchen und Gesprächen (auch für die KRONE) fest dass Jack der Serienmörder war. Nun blätterte ich aus Anlass des „Jubiläums- Kaufjahres“ heute wieder darin und schaute auf Passagen, in denen auch ich erwähnt wurde. Einige davon möchte ich heute hier auch veröffentlichen. Zu dem Foto mit dem damaligen Leiter der Mordkommission Dr. Ernst Geiger will ich noch ergänzend erwähnen wie das Foto zustande kam. Wir waren bei der Präsentation des Unterwelt-Klassikers „WIENER BLUT“ im (alten und auch legendären) MAXIM am Opernring  (und nicht der heutigen, schlecht gelungenen Kopie) eingeladen und „ADABEI“ Michael Jeannèe bat mich für ein gemeinsames Bild (Auf die „Art“: Bekannter Unterweltler und hoher Polizist) zu „posieren“. Natürlich war das primäre Thema der Unterhaltung Jack Unterweger und weil die Autorin im Buch eher  ironisch etwas von „verhabert“ schreibt: „Verhabert“ haben wir uns nicht, liebe Astrid.  „Ernstl“ bot mir das Du-Wort an, aber wir respektierten uns und pinkelten sogar gemeinsam auf der Toilette 😀 Wir trafen uns auch kein zweites mal….